Was ist Systema ?

What is Systema?

Prinzip

Die Schulung erfolgt auf der Grundlage der biomechanischen Lernmethodik, welche auf dem Prinzip des "Körperdenkens" basiert.

Die Eigenart des Menschen, eine Aufgabe unterschiedlich und auf ihm spezifische Art und Weise zu lösen, liegt der Systema Ausbildung zu Grunde. Die Ausbildungsmethodik basiert deshalb auf maximaler Offenheit für Informationen sowohl von innen (Angst, Wut usw.) wie auch von aussen (Angriff, Nacht, Waffe usw.), sowie auf dem Bewusstsein für die eigenen natürlichen und spontanen Bewegungen.

Das Verstehen - wie funktioniert mein Körper, wie kann ich ihn einsetzen, was passiert in einer Stresssituation (physiologisch und psychologisch), was bedeutet die Ökonomie der Bewegung und wie funktioniert all das zusammen in einer extremen Situation wie z.B. ein unerwarteter Angriff von einer oder mehreren Personen - führt zum Kern der Systema-Lehre.

Das Ziel ist es, mit minimalem Krafteinsatz die maximale Ausschöpfung der Körperdynamik zu erreichen, um sich dadurch effizient zu verteidigen.

Die vier wichtigsten Prinzipien sind: Atmung, Formhaltung, Entspanntheit und Bewegung. Aus einer Vielzahl der weiteren physischen wie psychologischen Prinzipien werden hier noch einige genannt:

listimage Kontinuität
listimage "Formengeheimhaltung" - keine, im Voraus erkennbare Formen
listimage Kreise, Spirale
listimage Wellenbewegung
listimage Ganzkörperangriff
listimage Positionswechsel / Flexibilität
listimage Bewegung um die Kraft / Kraftbruch
listimage Schmerzpunkte
listimage Pendelprinzip
listimage Unabhängige Bewegung
listimage Adäquate Kraft
listimage Frei von Aggression
listimage Ökonomie der Bewegung
listimage Wut und Angst gehören dazu
listimage Aufmerksamkeit und Ruhe

 

Weiter werden folgende Sensitivitätsniveaus unterschieden:

listimage Niveau der natürlichen Reaktion, welche durch Kontakt ausgelöst wird, wie z.B. durch einen Schlag
listimage Niveau der trainierten Reaktion (Angriff wird bemerkt und abgewehrt)
listimage Niveau der präventiven Reaktion (Erkennen des Angriffs z.B. durch Körperposition und Angriffsübernahme)
listimage Niveau des Erkennens der Absicht des Angriffs und die Reaktion/Handlung, um diese Absicht zu stören bzw. vom Angriff abzuhalten

 

Die Systema-Schulung schliesst neben der Erlangung physisch- mentaler Fähigkeiten die gesamte Persönlichkeitsentwicklung des Menschen als soziales, emotionales und gesellschaftliches Wesen ein.

Optimale Bewegung / minimaler Krafteinsatz
Der minimale Krafteinsatz bedeutet in Systema vor allem adäquater Einsatz aller Körpersysteme (Atmung, Skelett, Muskeln, Nerven usw.). In der Ausbildungsmethodik werden Erkenntnisse aus den Bereichen der Physik und Mechanik (Geschwindigkeit und Genauigkeit der Bewegung sowie Anspannungs- /Anstrengungskraft) benützt.

Die Auswirkung der Ökonomie der Bewegung im Nahkampf ist bedeutend und beinhaltet:

listimage Gleichzeitige Benützung beider Arme, sie soll symmetrisch und in entgegengesetzter Richtung möglich sein. Gleichzeitigkeit und Symmetrie ermöglichen das Gleichgewicht des Körpers, was die gesamte Aktion erleichtert
listimage Bewegungen sind einfach, fliessend und abgerundet
listimage Bewegungen gemäss anatomischer Körperstruktur, Ausführung im visuellem Bereich, Verbindung der einzelnen Elemente in einen Bewegungsfluss
listimage Bewegungen sind nicht nur einfach, sondern auch rhythmisch, weder zu langsam noch zu schnell, dabei haben auch unrhythmische Bewegungen einen Rhythmus
listimage Bedingungen, unter welchen für kleine Anstrengungen kleinere Muskelgruppen benützt werden, analog für grössere Anstrengungen grössere Muskelgruppen
listimage Benützung der kinetischen Energie des Angreifenden für die maximale Reduktion der Muskelarbeit

 

Übungsformen / Techniken
Die "Verteidigungstechniken" werden nicht im Voraus bestimmt und eingeübt, die verbindenden Prinzipien formen die "Technik" gemäss der jeweiligen Situation.

Im Systema wird oftmals vom Fehlen der Techniken gesprochen - es gibt keine Techniken! Rein äusserlich gesehen, können einzelne Formen als Techniken von Kampfkunst erfahrenen Menschen erkannt werden.

Der grosse Unterschied zu den traditionellen asiatischen Kampfkunstformen besteht jedoch darin, dass sie weder als endgültige Formen im Voraus gegeben werden, noch wird Wiederholung angestrebt, um sie dadurch zu automatisieren. Vielmehr wird gelehrt, mit dem Körper zu denken, indem biomechanische Prinzipien bewusst angewandt werden. Die entsprechende Trainingsmethode baut auf ganzheitlichen, natürlichen und spontanen Lösungen und Flexibilität auf, denn jede mögliche Konfliktsituation ist schliesslich einmalig und muss individuell gelöst werden.

Zu der Trainingsstruktur gehört z.B. das spielerische und langsame Üben. Untersuchungen haben gezeigt, dass das langsame Üben der einzige Weg ist, um das Unterbewusste langfristig zu programmieren und so erlangte Fähigkeiten (Beweglichkeit, Feinmotorik usw.) in Stresssituationen einsetzen zu können. Das langsame Üben baut das muskuläre Erinnerungsvermögen auf. So befreit von der Gehirnsteuerung setzt das "Körperdenken" ein. Nur daraus resultiert effektive Körperreaktion - Gedanken, Absichten, Emotionen haben dann darauf keinen störenden / hindernden Einfluss mehr. Das spielerische Üben lenkt die Absicht, Abwehrstrategien in voraus vorzubereiten, entgegen. Das ist eine wichtige Voraussetzung um situationsadäquat und effizient reagieren zu können.

Anatomische Gesetzmässigkeiten
Systema schliesst kein Kampfkonzept aus. Es gibt weder eine einfache Art des Kampfes noch ein wichtiges oder unwichtiges Konzept. Durch die Anwendung der biomechanischen Prinzipien und Gesetze werden Bewegungen schnell erfasst und fördern dadurch das Körpergedächtnis, welches eine individuelle, spontane und situative Verteidigung ermöglicht.

Geschichte

aus www.systema-swiss.ch

Wie entwickelte sich die Kampfkunst Systema? Jede Nation der fünf Kontinente hatte ihre eigene Art zu kämpfen. Die verschiedenen Traditionen des Kampfes entwickelten sich während Jahrhunderten und wurden von mehreren Faktoren beeinflusst: den geografischen und klimatischen Bedingungen des Landes und dessen Religion, dessen Kultur, der Mentalität der Menschen, deren körperlicher Eigenschaften sowie den historischen Geschehnissen.

Russland im Speziellen war geprägt von einer enormen Vielfältigkeit geografischer und klimatischer aber auch religiöser und kultureller Bedingungen. Die Russen selbst waren mutig und körperlich gut gebaut. Sie strebten nach Freiheit und vermieden definierte Strukturen. Kaum ein Jahr verging, indem Russland nicht in einem Krieg verwickelt war. Die Angreifer kamen vom Norden, Süden, Osten und Westen.

Entsprechend verschieden waren ihre Methoden der Kriegsführung, ihre Waffen und ihre Mentalität. Die Kriege wurden in verschiedenen geografischen Gebieten ausgetragen, während kalten Wintern und heissen Sommern. Hinzu kam, dass die Russen ihren Feinden oft zahlenmässig unterlegen waren.

Geprägt von all diesen Einflüssen, entwickelten die russischen Krieger einen eigenen Kampfstil, der einen starken Geist mit kreativen, intelligenten und vielseitigen Taktiken kombiniert. Ein Kampfstil, praktisch und tödlich in seiner Wirkung, der gegen jede Art von Feind, in jeder Situation angewendet werden konnte. Der Stil wirkte natürlich und frei. Er folgte keinen strikten Regeln, keinen bestimmten Strukturen oder Grenzen (ausgenommen moralischen). Die meisten russischen Krieger waren keine ausgebildeten Soldaten. Die Menschen konnten sich den Luxus von sie beschützenden Berufssoldaten nicht leisten. War eine Schlacht geschlagen, kehrten die Krieger auf ihre Felder zurück und nahmen ihre tägliche Arbeit wieder auf. Ihr Kampfstil entwickelte sich somit weniger durch gezieltes Training, sondern vielmehr durch regelmässige Praxis und tägliche Übung.

Durch einzigartige Mittel vermochten es die Russen, ihre Krieger zu trainieren, ohne deren Alltag zu stören. Regelmässig wurden Wettkämpfe veranstaltet. Vor allem während Festtagen und Messen wurden kämpferische Spiele und Übungen durchgeführt. Faust- und Ringkämpfe, Stock- und Messerkämpfe zwischen Einzelnen oder Gruppen (mit bis zu 10`000 Teilnehmer wie zum Beispiel in St. Petersburg) gehörten zum russischen Alltag.

Knaben begangen oft im Alter von zwei Jahren mit ihrem ersten Training. Anfangs benutzten sie Spielzeugwaffen. Bereits mit vier Jahren lernten sie ein Pferd zu reiten. Von zehnjährigen Knaben erwartete man, dass sie den Umgang mit Holzwaffen in Grundzügen beherrschten und Zwölfjährige sollten Kampftechniken ohne Waffen anzuwenden wissen. Im Alter von 18 Jahren wurden die jungen Männer in all diesen Fertigkeiten geprüft. Auch schwimmen und atmen unter Wasser durch ein Rohr zählte dazu. Von den jungen Männern wurde zudem erwartet, dass sie Hinterhalte erkannten. Sie hatten ein Überlebenstraining zu bestehen - allein zurückgelassen, fern von jeder Hilfe, ohne Essen oder Waffen.

Die russischen Kämpfer waren in der Vergangenheit nicht nur in Russland selbst sehr angesehen. Viele Herrscher der Welt, zum Beispiel die Griechen oder die Araber, versuchten sie anzuheuern. Die Russen waren insbesondere bekannt für ihren Mut und ihre gute körperliche Verfassung.

Diese grossartigen Fertigkeiten im Bereiche der Kampfkunst und diese während Jahrhunderten entwickelte Tradition verlor sich leider unter dem kommunistischen Regime. Nach der Revolution von 1917 wurde alles traditionell Russische unterdrückt - jeder, der die traditionelle Kultur lehrte, wurde bestraft. So kam es, dass der authentische russische Kampfstil nur noch von den Eliteeinheiten der russischen Streitkräfte erlernt wurde. Mehr noch, er wurde perfektioniert und vor allem in geheimen Militäroperationen oder von den besten Bodygards verwendet. Die Techniken des Kampfes, Verteidigungstaktiken, die Philosophie, vorhandenes Wissen und Überlebenstaktiken wurden vereint.

Bis zur heutigen Zeit

Durch die Ausbilder der russischen Spezialeinheiten Anfang der 90-er Jahre im Westen bekannt geworden, ist Systema in verschiedenen Kampfsystemen Altrusslands verwurzelt. Erweitert, optimiert und wissenschaftlich belegt wurde Systema durch die im 20. Jahrhundert durchgeführten Untersuchungen in Bereichen der Mechanik, Physik, Medizin, Psychologie usw., so z.B.

listimage I.V. Pavlov - Nervenuntersuchungen / Gesetzmässigkeiten
listimage V.M. und D.V. Kandibovih - psychische Zustände
listimage Kovalenko / Bernstein - biomechanische Gesetze

Die Verteidigungselemente in Systema sind gleich wie in anderen Kampfkunstmethoden (Würfe, Schläge, Hebel), der Unterschied liegt jedoch in der Lehrmethodik und Anwendung.

So gesehen, vereint Systema die jahrhundertealte Erfahrung der ostslawischen Völker mit den wissenschaftlichen Untersuchungen der Neuzeit.

Zusammengefasst kann die Entstehungsgeschichte in folgende Entwicklungsperioden gegliedert werden:

listimage Stammesperiode
listimage Nordperiode (9. bis 13. Jahrhundert)
listimage Ost- / Südperiode
Die Zeit der Mongolen und Tataren, der Kämpfe der Kosaken gegen Djingis Khan, des Einflusses des Ostens: dort fanden sich vergleichbare Systeme der Lebensenergie - bekannt als KI oder CHI (im Bauchbereich - HARA) bei den ostasiatischen Völkern,- die Antwort darauf war bei den slawischen Völkern der Solarplexus (im Brustkorbbereich).
listimage Westperiode (Anfang des 17. Jahrhundert)
Proportional zu der Abnahme der ostasiatischen Stile nimmt der Einfluss des Westens zu (Entwicklung der Feuerwaffen).
listimage Globaleperiode (Anfang des letzten Jahrhundert, Oktoberrevolution)
Die weitere Entwicklung, basierend auf Biomechanik und Psychophysiologie, wird nur innerhalb der russischen Spezialeinheiten fortgesetzt.
listimage Universalperiode
Die Entwicklung und Verbreitung nach dem Zerfall der Sowjetunion. Die Autonomie im Denken und Handeln des einzelnen Menschen rückt in den Vordergrund. Systema als umfassendes Verteidigungssystem, welches neben den Verteidigungstaktiken und Formen (Prinzipien) genauso Gesundheit und Kondition im Rahmen des rationalen Bewusstseins einschliesst. Weitere Entwicklungen und Interpretationen sind vor allem persönlicher Ausdruck verschiedener Instruktoren. Zu den wichtigsten gehören:
listimage Stil, M. Ryabko, V. Vasiliev (RMA)
listimage Stil, A. A. Kadotschnikova
listimage Stil, R.O.S.S. (Gründer General A. Retuinskih)

 

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Neueste Kommentare

24.06 | 20:00

Tolles Foto))) gratuliere zur tollen Site!! gruess renato

...
17.03 | 23:03

super sach worda

...
03.02 | 21:22

Hallo
gefällt mir

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06.01 | 01:13

Wasser nimmt alle Formen an und kann alles umfliessen. Es ist das wundervollste Element im Universum.

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